Oliver W. Lembcke

POLITIKA – Schriftenreihe für transdisziplinäre Studien zum Bereich Politik und Recht

POLITIKA mit »K«. Damit erinnert der Titel dieser Reihe an die aristotelische politika und deren Anliegen, die Belange der Bürgerschaft zu verstehen, und zwar in wissenschaftlicher Absicht. So verschieden die gesellschaftlichen Bedingungen der Gegenwart gegenüber der griechischen Antike sind, so vergleichbar ist die Frage nach dem Gelingen des Lebens in einer Gemeinschaft freier und gleicher Bürger. Der Vergleich verlangt eine Vergegenwärtigung alt-europäischer Traditionen politischen oder – im lateinischen Traditionsstrang synonym – republikanischen Denkens.

Eine Republik, die diesen Namen verdient, lebt vom Verweisungszusammenhang zwischen Freiheit und Ordnung. Herausgefordert durch den Humanismus der italienischen Renaissance, verwirklicht im Gewissen der christlichen Reformation und verstärkt durch die Menschenrechte der neuzeitlichen Revolutionen sind die individuellen Freiheiten der Bürger in ein spannungsreiches Verhältnis zur institutionellen Freiheit der bürgerschaftlichen Ordnung als ganzer getreten. Die Publikationen der POLITIKA haben dieses Spannungsverhältnis zum Thema. Gemeinsam ist ihnen das Bestreben, Voraussetzungen und Möglichkeiten der Organisation eines dynamischen Gleichgewichts zu begreifen: zwischen der Freiheit aller und der Freiheit aller Einzelnen.

Für freiheitliche Ordnungen stellt sich die Aufgabe stetiger Stabilisierung eines solchen Gleichgewichts nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiet und nicht allein im Nationalstaat, sondern auf allen Gebieten der Politik, allen Ebenen nationaler, supranationaler und internationaler Organisationen und für alle Wissenschaften, die sich mit dem Phänomen des Politischen beschäftigen. Die Dogmatik des öffentlichen Rechts wird sich daher um die Wiedergewinnung ihres politischen Horizonts und die Weiterentwicklung des ius publicum zum ius politicum bemühen müssen. In der Tradition der politischen Philosophie bleibt aber auch den innovativen Kultur- und Sozialwissenschaften das Grundproblem der guten Ordnung erhalten. Es nimmt sie in die Verantwortung, im Bewußtsein der Rechtsprinzipien verfaßter Gemeinschaften Sinn für normative Strukturen zu bewahren. Einer entsprechenden Vielfalt an Theorien und Methoden bieten die POLITIKA ihr Forum – möglichst interdisziplinär im Dialog und möglichst transdisziplinär im Ergebnis.


Die Reihe POLITIKA wird herausgegeben von Rolf Gröschner und Oliver W. Lembcke; sie wird publiziert im Verlag Mohr Siebeck, Tübingen. Folgende Bände sind in dieser Reihe bereits erschienen:

  • Band 1: Rolf Gröschner, Stephan Kirste & Oliver W. Lembcke (Hrsg.) (2008). Des Menschen Würde – entdeckt und erfunden im Humanismus der italienischen Renaissance (260 S.).
  • Band 2: Rolf Gröschner & Oliver W. Lembcke (Hrsg.). Das Dogma der Unantastbarkeit. Eine Auseinandersetzung mit dem Absolutheitsanspruch der Würde, 2009 (322 S.).
  • Band 3: Rolf Gröschner & Wolfgang Reinhard (Hrsg.). Tage der Revolution – Feste der Nation, 2010 (297 S.).
  • Band 4: Bart Van Klink & Sanne Taekema (Hrsg.). Law and Method: Interdisciplinary Research into Law, 2011 (388 S.).
  • Band 5: Christian Kühl & Gerhard Seher (Hrsg.). Rom, Recht, Religion. Festschrift für Udo Ebert, 2011 (655 S.).
  • Band 6: Rolf Gröschner & Oliver W. Lembcke (Hrsg.): Freistaatlichkeit. Prinzipien eines europäischen Republikanismus, 2011 (347 S.).
  • Band 7: Rolf Gröschner & Gottfried Gabriel (Hrsg.): Subsumtion. Schlüsselbegriff der Juristischen Methodenlehre, 2012 (468 S.).
  • Band 8: Michael Henkel & Oliver W. Lembcke (Hrsg.): Politik und Praxis: Michael Oakeshott im Dialog, 2013 (350 S.).
  • Band 9: Hans Buchheim: Der neuzeitliche republikanische Staat, 2013 (155 S.).
  • Band 10: Wolfgang Bartuschat, Stephan Kirste & Manfred Walther (Hrsg.): Naturalismus und Demokratie. Spinozas »Politischer Traktat« im Kontext seines Systems, 2014 (210 S.).
  • Band 11: Rolf Gröschner, Stephan Kirste & Oliver W. Lembcke (Hrsg.). Person und Rechtsperson. Zur Ideengeschichte der Personalität, 2015 (396 S.).
  • Band 12: Tilmann Altwicker, Francis Cheneval & Oliver Diggelmann (Hrsg.): Völkrrechtsphilosophie der Frühaufklärung, 2016 (279 S.).
  • Band 13: Winfried Brugger, Rolf Gröschner & Oliver Lembcke (Hrsg.). Faktizität und Normativität. Georg Jellineks freiheitliche Verfassungslehre, 2017 [304 S.].
  • Band 14: Wiegand, Marc André. Demokratie und Republik. Historizität und Normativität zweier Grundbegriffe des Verfassungsstaates, 2017 (158 S.).
  • Band 15: Republik − Rechtsverhältnis − Rechtskultur. Hrsg. von Katharina Gräfin von Schlieffen, in Verbindung mit Horst Dreier, Martin Morlok und Helmuth Schulze-Fielitz, 2018 (501 S.).
  • Band 16: Frick, Verena. Die Staatsrechtslehre im Streit um ihren Gegenstand. Die Staats- und Verfassungsdebatten seit 1979, 2018 (256 S.).