+++Interview+++ Weitgehend unbemerkt verlief die Kür von Jochen Ott zum Spitzenkandidaten der SPD für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Reichlich früh, könnte man meinen, denn die Wahl steht erst im Frühjahr 2027 an. Doch die Bekanntheitswerte zeigen: Ott wird noch Zeit brauchen, um an Popularität zuzulegen. Ein Duell auf Augenhöhe mit Ministerpräsident Hendrik Wüst erscheint daher wenig wahrscheinlich. Dafür hätte die SPD womöglich auf profiliertere Namen wie Bärbel Bas oder den spätestens seit der letzten Kommunalwahl zum Hoffnungsträger avancierten Duisburger Oberbürgermeister Sören Link setzen müssen.
Und doch ist Bewegung drin: laut jüngster Umfrage lassen die Sozialdemokraten ihr Rekordtief in NRW hinter sich, während die Regierungsparteien leicht verlieren. Besonders die Die Grünen geraten unter Druck, wie der Rücktritt von Josefine Paul zeigt, zuletzt Ministerin u. a. für Flucht und Integration, die wegen des Anschlags in Solingen bereits seit längerer Zeit schon als angeschlagen galt. Migration bleibt ein zentrales Thema, aber auch Bildung wird wichtiger. Genau hier will Ott zur Attacke ansetzen. Kann er dem scheinbar übermächtigen „Landesschwiegersohn“ Wüst doch noch gefährlich werden? Oder spielt die SPD in NRW auf Platz (am Regierungstisch)? Über die Aussichten habe ich auf WDR 5 im Morgenecho mit Uwe Schulz gesprochen. Hier kann man das Gespräch nachhören.